Katar: Fußball-Weltmeisterschaft 2022 und ihre Schattenseiten

Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 wird in Katar ausgetragen werden. Im März 2015 wurde endgültig entschieden, dass wegen der großen Hitze im Sommer in Katar das Turnier erstmals gegen Jahresende stattfinden wird. Das Eröffnungsspiel soll am 21. November 2022, das Endspiel am 18. Dezember 2022 stattfinden.

Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Katar auszutragen ist ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung, ganz im Sinne des FIFA Slogans For the Game; For the World.“

1,8 Millionen Gastarbeiter bauen die WM-Stadien in Katar.

Ohne die Zustimmung des inländischen Arbeitgebers könnten ausländische Arbeiter ihre Arbeitsverträge weiterhin nicht kündigen, nach wie vor dürfen sie ohne seine ausdrückliche Erlaubnis das Land nicht verlassen. Gegen unmenschliche Wohnverhältnisse, gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen und nicht ausbezahlte Löhne seien Gastarbeiter machtlos. Einheimische Unternehmer reichen Gastarbeiter nach Belieben an andere Firmen weiter und müssen dazu nicht deren Einverständnis einholen. „Viele Arbeiter erhalten oft monatelang keinen Lohn und werden trotzdem zur Arbeit gezwungen, indem man ihnen mit einem kompletten Lohnausfall oder der Abschiebung droht.“ sagte die Katar-Expertin von Amnesty International in Deutschland, Regina Spöttl.

Nach UN-Angaben hat Katar die höchste Quote an Arbeitsmigranten der Welt, so sind auf die gesamte Bevölkerung bezogen 88 % der Einwohner ausländischer Herkunft. Arbeitsmigranten führen praktisch sämtliche manuelle Arbeit und alle Bauvorhaben in dem Kleinstaat aus, darunter auch den Bau sämtlicher WM-Stadien für die Fußballweltmeisterschaft 2022. Praktische Arbeit ist in der Kultur Katars, geprägt von der Tradition als Emirat, verpönt.

Im September 2013 wurden Berichte über die Ausbeutung nepalesischer Gastarbeiter in Katar veröffentlicht. Zwischen dem 4. Juni und dem 8. August 2013 sollen 44 Gastarbeiter ums Leben gekommen sein, die Hälfte davon aufgrund von Herzversagen oder bei Arbeitsunfällen, die auf die brutalen Arbeitsbedingungen auf den Baustellen zurückzuführen seien. Die FIFA hat mitgeteilt, sich bei den Behörden in Katar um Aufklärung der Vorwürfe zu bemühen.

Am 17. November 2013 berichtet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, nach einer Untersuchung der Arbeitsbedingungen in Katar, von einer systematischen Ausbeutung von Gastarbeitern in der Baubranche und Fällen von Zwangsarbeit. Mehr als 450 Inder seien in den Jahren 2012 und 2013 auf Katars WM-Baustellen ums Leben gekommen. Viele Gastarbeiter müssten auf die Auszahlung ihres Lohnes warten und deshalb betteln gehen, um sich mit Nahrung zu versorgen. Sie werden von Vorgesetzten geschlagen und getreten. Aufgrund der gängigen Praxis der Arbeitgeber, die Pässe von Arbeitsmigranten unter Verschluss zu halten, ist es für die Betroffenen schwer, sich Drangsalierungen durch einen Arbeitsplatzwechsel zu entziehen.

Im März 2015 wurden erneut Vorwürfe gegen Katar publik. Es sollen im Zeitraum von 2011 bis 2013 von allen in Katar arbeitenden Indern und Nepalesen 1.200 gestorben sein, jährlich etwa 250 Inder und 170 Nepalesen. Die indische Regierung hält es für ganz normal, dass bei 500.000 Indern die in Katar arbeiten, auch 250 pro Jahr sterben; in Indien sei die Todesrate jährlich sogar 1.000 pro halber Million bei Männern im Alter von 25 bis 30. Die katarischen Arbeiter sind hauptsächlich junge Männer.

Die „modernen Sklaven “ werden zu pausenloses Arbeiten bei 50 °C Hitze gezwungen. Schlechte Ernährung, fehlendes Trinkwasser, ungenügende Arbeitssicherheit, medizinische Unterversorgung und Gewalt gegen Arbeitende sind Arbeitsbedingungen, die nicht an die Öffentlichkeit dürfen

Anfang Mai 2015 war eine vom Premierminister Katars eingeladene TV-Crew der BBC verhaftet und zwei Nächte festgehalten worden, nachdem sie die Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter auch außerhalb der offiziellen Pressetermine recherchieren wollte.[36] Die Journalisten durften das Land nach zwei Wochen wieder verlassen, ihre Ausrüstung und das bereits entstandene Material blieben aber beschlagnahmt.

Amnesty International kritisierte im Mai 2015 zum wiederholten Male, dass die in Aussicht gestellte Abschaffung des Kafala-Systems, das Gastarbeiter an einen einheimischen „Sponsor“ kettet, noch immer nicht umgesetzt worden sei.

Professionelle Fußballer, insbesondere die Masse der unbekannteren, leiden unter denselben Bedingungen wie unterbezahlte Gastarbeiter. Sie werden zum Teil ohne Lohn und Möglichkeit einer Ausreise im Land festgehalten.

Die gemeinnützige Organisation PixelHELPER will mit einer Lichtkunstkarikatur, an das Portal des Botschaftsgebäudes in Berlin, auf diese Menschenrechtsverletzungen hinweisen.

Quelle: Auszüge Wikipedia. org
Foto: Bea Böhm, bea-boehm.de

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