Türkei: Handel mit syrischen Mädchen

Türkei: Handel mit syrische Mädchen

In der türkischen Stadt Kilis sind viele Syrer von der Armut betroffen. Immer mehr Mädchen werden im Kindesalter verkauft
Ein Juwelier in der türkischen Stadt Kilism an der Grenze zu Syrien, sagte zu den Journalisten der türkischen Zeitung „Hürriyet“ :
„Männer aus Zentralanatolien oder von der türkischen Schwarzmeerküste kommen um bei ihm Schmuck zu kaufen. Dafür kriegen sie dann eine syrische Kinderbraut und nehmen sie mit“.
Hasan Kara, Bürgermeister von Kilis, ist das Problem bekannt, jedoch sei er machtlos dagegen. Immer mehr Männer nehmen sich eine Syrerin, obwohl sie schon verheiratet sind. Eine türkische Mutter berichtete der Zeitung: “ Ihr Mann, Vater von unseren zwei Kindern, hat sich eine 15-jährige Syrerin als Zweitfrau genommen“. Obwohl Polygamie ist in der Türkei verboten ist, wird es geduldet.

Die finanziellen Zustände vieler der rund 2,7 Millionen Flüchtlinge im Land macht es für Türken einfacher, sich neben der offiziellen Ehefrau per islamischer Zeremonie noch eine junge Syrerin zu heiraten. Manchmal reicht ein goldener Ring als Brautgeld aus. Rechtlich haben diese sogenannten Imam-Ehen keinen Bestand. Mädchen im Alter von 15 Jahren sind den 50 oder 60 Jahre alten Männern ausgeliefert.

Syrische Mädchen werden gezwungen, als Zweit- oder Drittfrau zu heiraten, andere müssten sich prostituiren, um ihren Familien das Überleben zu sichern, heißt es in einem Bericht der Ärztevereinigung. Es gibt ebenfalls Hinweise, dass syrische Frauen von Menschenhändlern als Sex-Sklaven verkauft werden.

In den meisten Fällen, in denen türkische Männer eine syrische Zweitfrau suchen, sind Vermittler beteiligt, an denen auch das Brautgeld gezahlt wird. Die syrischen Familien sehen den Handel mit ihren Töchtern als Einnahmequelle und die Chance, sie in die angebliche Sicherheit einer türkischen Familie zu bringen.

Die türkischen Ehefrauen verlieren gegenüber ihren Gatten jeden Einfluss. Sie werden von ihren Männern darauf hingewiesen, dass sie noch eine Frau haben. Werden die Frauen von ihrem Mann verlassen, haben sie kein Einkommen mehr. Sie sind völlig von ihrem Ehemann abhängig.

Die Gewalt gegen Frauen in der Türkei nimmt immer weiter zu. Die Organisation „Wir Stoppen Die Gewalt Gegen Frauen“ berichtete, daß im vergangenen Jahr 303 Frauen von ihren Männern, Lebenspartnern oder Ex-Gatten ermordet wurden – ein Anstieg von über 20 Prozent innerhalb der letzten zwei Jahre.

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2 Gedanken zu “Türkei: Handel mit syrischen Mädchen

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