Spuren von radioaktivem Caesium-137 in Zitrusfrüchten aus Florida

Die Aufnahme von Radionukliden (radioaktive Atomsorten), wie Cäsium-137, über Nahrungsmittel, stellt nach einem Atomunfall wie in Fukushima oder in Tschernobyl, langfristig die größte Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar. Dennoch sind ab 28. März 2014 die Einfuhrbedingungen aus Japan gelockert worden.

Radioaktives Cäsium aus dem Fukushima-Unfall von 2011 lässt sich weiterhin in Zitrusfrüchten und anderen Pflanzen nachweisen, so der Bericht von der U.S. Nuclear Regulatory Commission (NRC).

Im März 2011 gab es die nukleare Katastrophe in der Anlage Fukushima. Durch die Explosion wurden erhebliche Mengen radioaktiven Materials an die Umwelt abgegeben – am häufigsten die radioaktiven Cäsium-Isotope. In den Wochen nach der Katastrophe verteilten die Winde die in der Luft befindlichen Radionuklide in der ganzen Welt. Der höchsten Grad an Radioaktivität belastete den Pazifischen Ozean.

Der Bericht Duke Energy Florida’s Annual Radiological Environmental Operating Report an U.S. NRC stammt vom 5. Mai. Er hält fest, dass direkt nach dem Unglück in Fukushima radioaktives Jod und Cäsium in der Vegetation von Florida feststellbar waren.

„Das Ereignis in Japan hatte auch Auswirkungen auf die Blattvegetation und war das ganze Jahr über in Proben feststellbar, da die langlebigen Radionuklide (Cs-137) mehrfach in Fukushima freigesetzt wurden.
Die Messungen in der Vegetation waren 2014 immer noch von den Folgen von Fukushima beeinflusst – aufgrund der Freisetzung langlebiger Radionuklide. Die Beobachtungsstelle in Orlando, Florida konnte ähnliche Cs-137 Rückstände auf breitblättrigen Proben feststellen.“

Die Belastung mit Cs-137 blieb über die vergangenen 4 Jahre in allen Proben relativ konstant, aufgrund der enorm großen Halbwertzeit.

2012 wiesen 13 der 24 Proben eine Belastung mit Cs-137 von bis zu 172 pCi/kg auf.
Eine Picocurie ist die Einheit der Strahlung; ca. 27 pCi sind äquivalent mit einem Bequerel [Bq], einer gängigen Einheit für Radioaktivität.
Proben aus Orlando enthielten dabei bis zu 201 pCi/kg.

2013 waren 15 der 24 Proben mit Cs-137 mit bis zu 147 pCi/kg belastet, die Proben aus Orlando ergaben bis zu 258 pCi/kg. In den letzten Tests 2014 wurde Cs-137 in 16 der 24 Proben festgestellt, hier gingen die Werte bis auf 159 pCi/kg.

Der Bericht wies speziell darauf hin, dass man 2014 auch Belastungen mit Cs-137 in Grapefruits festgestellt habe, hier lag der Wert bei 4 pCi/kg.

„Es ist nicht ungewöhnlich, gelegentlich Cs-137 in Zitrusfrüchte-Proben zu finden. Dies sei sowohl auf den Fallout von früheren Waffentests als auch auf die Ereignisse in Fukushima zurückzuführen.“

Die ermittelten Werte sind per so kein gesundheitliches Problem. Zahlreiche Nahrungsmittel sind von Natur aus geringfügig radioaktiv belastet. Die in der Nahrung am häufigsten vertretenen Radionuklide sind Potassium 40 (K-40) und Radium 226 (Ra-226). Das Niveau der Vegetation von Florida ist niedriger als die 390 pCi/kg K-40, die man üblicherweise in einem Bier findet. Es ist auch deutlich niedriger als die rund 3.500 pCi/kg, die sich in Bananen, Karotten und weißen Kartoffeln nachweisen lassen. Brasilianische Nüsse sind mit Werten von 5,600 pCi/kg bei K-40 und bis zu 7,000 pCi/kg bei Ra-226 besonders radioaktiv.

Nach dem Unglück in Tschernobyl wurden seitens der FDA sämtliche Nahrungsmittel vernichtet, die höhere Werte als 10.000 pCi/kg aufwiesen.

Besorgniserregend ist, in welchem Umfang die Radionuklide aus Fukushima verbreitet wurden.

Eine Studie, die im Februar 2015 durchgeführt wurde, lieferte erste Belege, dass die Radioaktivität aus Fukushima die nordamerikanischen Küsten erreicht hatte. Die Werte für Cs-137, die man in den Gewässern vor Vancouver Island messen konnte, lagen sechs Mal über dem Normalwert, der bereits aufgrund der jahrzehntelang andauernden nuklearen Tests nicht mehr den natürlichen Werten entsprach.

Radioaktives Cäsium kommt normalerweise nicht auf der Erde vor, es entsteht ausschließlich aufgrund menschlicher Aktivitäten.

Eine Studie, die das Nansen Environmental and Remote Sensing Center in Norwegen 2013 durchführte, fand heraus, dass die Schadstoffgefahren aus Fukushima über den Ozean die Westküste Nordamerikas 2017 erreichen werde und die Masse bis mindestens 2026 dort verbleiben werde.

Schilddrüsenkrebs bei Kindern in Fukushima nimmt zu:

Die Daten der Schilddrüsenuntersuchungen in der Region Fukushima bestätigen einen besorgniserregenden Anstieg der Neuerkrankungen von Schilddrüsenkrebs bei Kindern. Insgesamt mussten bereits 104 Kinder wegen metastasierten oder stark wachsenden Krebsgeschwüren in ihren Schilddrüsen operiert werden. Mittlerweile wurden knapp 154.000 Kinder zwei Jahre nach ihrer Erstuntersuchung erneut untersucht. Dabei wurden mindestens sechs neue Fälle gefunden.

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