USA erkennen – Russland ist wichtiger „Partner „

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wollen die USA und Russland offenbar zusammenrücken. „Wir würden die Hilfe Russlands im Kampf gegen den IS willkommen heißen – ganz offenkundig“, sagte Kerry am Samstag nach Gesprächen mit seinem britischen Amtskollegen Philip Hammond in London.

Tags zuvor hatten bereits die Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Ashton Carter ausführlich miteinander telefoniert. „Wir haben die gleichen Ziele“, sagte Kerry dem britischen Fernsehsender Channel 4. „Der IS muss zerstört, komplett gestoppt werden“, betonte er. Gemeinsame Gespräche mit Russland seien notwendig, um die militärischen Operationen gegen den IS, etwa in Syrien, zu koordinieren.

„Konversation notwendig“

Kerry kündigte an, die USA würden ihre Bemühungen im Kampf gegen den IS verstärken. „Und wir müssen sicherstellen, dass diese sich nicht überschneiden mit Russlands Bemühungen – es ist also offensichtlich, dass Konversation notwendig ist.“ Es gebe schon eine ganze Zeit lang Gespräche über die Zusammenarbeit mit Russland. Moskau hatte zuletzt den Einsatz von Bodentruppen in Syrien nicht mehr völlig ausgeschlossen, sollte Syrien darum bitten.

Es bleibe jedoch zwischen beiden Ländern die Frage offen, wie die Zukunft von Syriens Machthaber Baschar al-Assad aussehe, sagte Kerry weiter. Russland und der Iran gehören zu den letzten Verbündeten des Assad-Regimes. Russland geht davon aus, dass die reguläre syrische Armee für den Kampf gegen den Islamischen Staat unersetzlich ist und Assad das Land vor dem völligen Zerfall bewahrt. Für die USA ist Assad dagegen Teil des Problems und nicht der Lösung. Sie sehen für ihn keinen Platz im künftigen Syrien.

Präsenz in Syrien ausgebaut

Russland hatte in den vergangenen Tagen seine Präsenz in Syrien massiv ausgebaut und den USA Gespräche zur militärischen Strategie vorgeschlagen. Die US-Regierung ging am Freitag darauf ein, als die Verteidigungsminister beider Länder miteinander telefonierten. Am Sonntag wird Kerry in Berlin erwartet.

Hammond erklärte, die Situation in Syrien werde immer komplizierter. Großbritannien halte sich weiter die Option offen, in Syrien wie bereits im Irak auch militärisch gegen den IS vorzugehen. Allerdings sei dies Teil eines größeren und komplexeren Problems: „Der Migrationsdruck, die humanitäre Krise, genauso wie die Notwendigkeit, den IS zu besiegen“, sagte Hammond.

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