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Freitag  4.September Uhrzeit 09.10 bis  09.55
Ich bin auf dem Weg nach  Wien  in eine  Redaktion.
Da ich mit dem  Flugzeug angereist bin, nutze ich die Bahn.

Bahnhof Wiener Neustsdt in  Richtung Wien. Der  Zug rollt ein,  die  Türen öffnen und  ich schreite durch ein Spalier von  Migranten in den  Waggon.

Drinnen liegen  geschätzt  70 Personen auf  den Bänken und sitzen am Boden.
Die  meisten  auf dem Weg zu  einem großen Einkaufszentrum, wie sich später zeigte.

Alle  Migranten aus dem Zug  leben  in einem  Zwischenlager, bis über deren Asylantrag von  Österreichs  Behörden  rechtskräftig entschieden  wurde.
Sie sind  sportlich gekleidet und tragen  Markenschuhe.

Durch den Lautsprecher der  Waggons  läuft die  Ansage: Nächster  Halt -Baden bei Wien.
Einige  Menschen  begeben sich  zu den Türen,  darunter auch  zwei  Frauen  um die 25 Jahre alt.

Eine Gruppe von Männern  stellt sich den  Frauen in den Weg.  – Call me / Call me  forderten zwei  Männer  mehrmals die  beiden Frauen auf  und  versuchten  einen  Zettel  mit  deren  Telefonnummer  den  Frauen aufzudrängen, während ihnen der Weg zum  Ausstieg  versperrt  wurde.

Ein  gut  gekleideter  Mann  aus  Österreich der  ebenfalls  aussteigen wollte  verlor  die  Geduld.  Nicht aber der  beiden Frauen wegen,  sondern weil  er es  sichtlich  eilig  hatte.  Er  schrie in die  Menge : “ Abgschobn ghörts  – der  Strache*  wird  euch schon zeigen  wie  der  Adolf  mit solchen  Gesindel wie euch umgegangen ist -weg  mit euch “  (*HC Strache ist ein  Österreicher  Politiker der  rechten  FPÖ )

Sichtlich  irritiert  schauten die Migranten den  Mann an  – verstanden haben  sie offenbar kein  Wort.  Den  beiden  jungen  Frauen  gelang  es  auszusteigen. Wenige Sekunden später  fuhr der  Zug  weiter.

Ein  junger  Mann  um die  20  Jahre  in  Blue Jeans  und  rotem  PoloShirt  sagte  hörbar. “ Ja da  können wir  noch was lernen  von  Hitler, denn  so geht’s auch nicht “

Ich  beobachtete  verwundert  was ich  innerhalb von  20  Minuten  so erleben durfte.  Ein weiblicher  Fahrgast,  mir gehenüber stehend, sah mir meine  Verwunderung offensichtlich an und  sagte zu  mir : Gell – sie sind nicht von da oder? Aber sie verstehen mich doch -oder?  … ja sagte ich,  klar  versteh ich sie – aber  warum  die  Flüchtlinge sich nicht benehmen – das verstehe ich nicht.

Wissen sie,  sagte die  Frau – jeden Tag wenn ich  zur Arbeit fahre erlebe ich sowas. Das  Pack  (gemeint sind die  Migranten ) bedroht  die  Mädchen und  Frauen  sodass die nach 19 Uhr  sich gar nicht mehr raus trauen.

Ich nickte  und sah  aus dem Fenster – der Zug fuhr  vorbei an schönen  Villen und  Gärten , wurde  langsamer  und  hielt  in der  Station  des  Einkaufszentrums.

Alle  im Zug  befindlichen  Migranten  stiegen aus und  begannen  etwas  zu  singen. Eher  kein  Rhythmus – es  hörte sich nach Protest an.
Einige  spucken auf den  Bahnsteig während sich die  Meute in  Richtung  Shoppping Center bewegte.

Ich  fuhr noch  weiter bis Wien  und  bekam  von der  netten  Dame,  welche es  offenbar wirklich gut mit  mir meinte  noch den  Ratschlag: “ Wenn es  dunkel wird  dann  fahren sie  besser  mit dem  Taxi  nach Hause. Das ist  sicherer und  sie bringen sich nicht in  Gefahr. …es ist nämlich  wirklich  schlimm  geworden bei uns.“ …..

Quelle : Peter Gerber powerd by simplyreader

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