Welchen Anteil hat die „Bild“-Zeitung am Tiefpunkt im deutsch-griechischen Verhältnis?

Welchen Anteil hat die „Bild“-Zeitung am Tiefpunkt im deutsch-griechischen Verhältnis?

Man muss die „Bild“ schon für ein unbedeutendes Provinzblatt halten, um ihren Anteil daran zu ignorieren.

Der Griechenland-Experte des Blattes, Paul Ronzheimer, vermochte es allerdings, die „Bild“ als eine Art Wirtschaftszeitung vorzustellen.

Ihr wäre es immer nur um die Sinnlosigkeit der bisherigen Rettungspakete gegangen und den „Grexit“ als Möglichkeit zum besseren  Leben für  das  griechische  Volk  . Die geradezu klassische Masche des Boulevard, alles Übel mit der plakativen Formel „die Griechen“ zu kollektivieren, fiel dabei fast unter den berühmten Tisch.

Seltsamer Weise  sind  fast alle Journalisten  in  Deutschland  zu höflich, um Ronzheimer diese Form der Irreführung vorzuwerfen, doch es  gibt tatsächlich  geistige Defizite in der Wahrnehmung des Verhältnisses zwischen  Deutschen  und Griechenland.

Bei allen Meinungsumfragen bleiben die deutschen Bürger die treuesten Anhänger des sofortigen Ausscheidens Griechenlands aus dem Europa. Gleichzeitig stellt Griechenland jedoch weiterhin eins der populärsten touristischen Ziele für die Deutschen dar, die meinen, eine ins Elend geraten Schuldenkolonie, zu deren sozialer Einebnung sie mehr als jeder andere beigetragen haben, als Eroberer besuchen zu können.

Der moderne deutsche Antihellenismus ist weder zufällig noch opportunistisch. Er stützt sich auf gut gefestigte Stereotypen und negative Mythen, welche die heutige deutsche Mentalität, aber auch den äußert fragwürdigen … deutschen Humor durchziehen.

Der Grieche ist der Faulpelz, der Nichtsnutz, der von Gott den besten Claim auf dem Planeten geschenkt bekam und ihn nicht zu nutzen weiß, sondern nur herumsitzen, seinen Ouzo trinken und seinen Kaffee genießen möchte. Diese Hässlichkeiten sind nicht nur eine Reproduktion der „BILD“. Sie durchziehen von dem einem bis zum anderen Ende die deutsche Gesellschaft als gut gefestigte Überzeugungen.

Für den durchschnittlichen Deutschen ist Griechenland es leider nicht wert, von den modernen Griechen bewohnt zu werden! Es ist ein zu privilegiertes Bestimmungsland für eine Nation … zweiter Klasse.

All das Vorstehende hat also nicht nur mit Merkel , Schäuble und der  Bild  Zeitung  zu tun, wie in Griechenland manche naiv glauben mögen.

Es stellt ein sehr ernstes Problem einer gefestigten angenommenen Vorstellung eines Volkes gegenüber einem anderen Volk, also einer negativen Voreingenommenheit dar, die auch rassistische Charakteristika annimmt, wenn das erste Volk durch Kredite souveräne Rechte über das zweite erwirbt …

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